Birgit Valet

Empfangssekretärin

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Werksbesichtigungsreise Japan

Vom 14. bis 21. September fand seit vielen Jahren erstmals wieder eine Studien-/ Werksbesichtigungsreise der SBF Gruppe statt. Seit 1966 tauschen in dieser Firma – zu den Gründungsvätern Wolfgang Harsch gehört - mittelständische Bauunternehmen, die allesamt Betonfertigteilewerke betreiben - Erfahrungen aus verschiedenen technischen und wirtschaftlichen Bereichen aus (z.B. Werksleiter Meister, Statiker, Einkäufer, Controller etc.).

Die aktuelle Reise führte 7 Unternehmen der Gruppe mit insgesamt 15 Teilnehmern nach Japan. Eine eintägige Architekturführung in Tokio zeigte auf, wie vielfältig Hochhausarchitektur sein kann. Neben berühmten japanischen Architekten (wie z.B. Tadao Ando, Toyo Ito, Kengo Kuma) wirken hier auch amerikanische, englische, italienische etc. Architekten. Deutsche Architekten von internationalem Ruf sind jedoch Mangelware. Eine rühmliche Ausnahme stellt Christoph Ingenhoven dar (Architekt von Stuttgart 21), dessen aktuelles Projekt wir auf dem 32. Geschoss im Rohbau besichtigen konnten.
 

Die Werke selbst waren was technische Ausstattung und Automatisierung betrifft weit hinter unseren Erwartungen. Das hochtechnische Land Japan ist gerade im Fertigteilbau nicht „up-to-date“. Umso überraschender ist allerdings, welche technisch-statischen Lösungen hier entwickelt und mit enorm hoher Präzession und Qualität realisiert werden. Die extrem engen Platzverhältnisse in Tokio, die Anforderungen der Erdbebensicherheit und die Verkehrsverhältnisse bei der Anlieferung der Teile lassen nur einen perfekten Arbeitsablauf zu. So werden Halbfertigteile (je ca. 28 Tonnen) als biegesteife Knotenpunkte zu einem aussteifenden Rahmen bis in die Endhöhe von 220m mit 3 im Gebäude stehenden Oberdrehern transportiert und montiert.

In den Werken selbst ist die Digitalisierung im Bereich Planung weit entwickelt. BIM (Building Information Modeling) ist in einigen Werken Standard. Beeindruckend ist beispielsweise das Qualitätsmanagement, das die Kontrolle der Maße und Einbauteile mittels Tablet durchführt.

Besonders auffallend war bei allen Werksbesuchen die Aufmerksamkeit, die unserer Gruppe entgegengebracht wurde. Die sprichwörtliche Höflichkeit und Bescheidenheit der japanischen Gastgeber war beeindruckend. Natürlich waren wir durch unsere Reiseleitung Frau Claudia Epple darauf vorbereitet und hatten für jeden Gastgeber auch Geschenke dabei – dies wurde im Vorfeld unter den teilnehmenden Firmen organisiert. Begleitet wurden wir von Ulf Maier, einem ausgezeichneten Japankenner und Architekt und von Herrn Toshi Yamanishi, der in Japan und der USA ein Ingenieurbüro betreibt und somit als ausgezeichneter Übersetzer mit entsprechender technischer Expertise zur Verfügung stand. Insgesamt wurden 8 Werke besucht, aber auch eine Hochkranbaustelle und zwei Firmenzentralen von den größten Baufirmen (u.a. Takenaka – gegründet vor 400 Jahren!) mit Niederlassung in Düsseldorf.

Den interessanten Abschluss bildete eine Besichtigung einer der größten Roboterherstellern der Welt Yaskawa.

"Wohl hätten wir uns in Deutschland nie die Zeit genommen, diese zukunftsweisende Technologie wirklich intensiv anzusehen und noch dazu mit den Entwicklern über Anwendungen im Baubereich zu diskutieren."

war die einstimmige Meinung aller.

Herr Schlenk von der Yaskawa Deutschland GmbH hat diese Reise nach Japan und uns einen Tag zu begleiten sicher gerne, aber auch mit entsprechender Perspektive für sein Unternehmen, gemacht. Über die Einladung zu einem traditionellen japanischen Abendessen haben sich alle gefreut.